James und Nala

IMG_5015Geschlecht: Weiblich
Art: Rotgesichtsmakake (Macaca fuscata)
andere Namen: Japan-Makak, Schneeaffe
Geboren am: 10.05.2001
Bei uns seit: 18.08.2011

 

James und Nala stammen aus einem privaten Tierpark und sind bei uns seit 2011 untergebracht. Ihr altes Gehege bot so schlechte Haltungsbedingungen, dass die Tiere Verhaltensstörungen entwickelten und untereinander sehr aggressiv wurden. Schon als sie zu uns kamen, hatte James Nala so schwere Verletzungen zugefügt, dass wir die Tiere voneinander trennen mussten, um Nalas Leben zu retten. Deshalb wurden sie besonders intensiv von den Pflegern betreut, damit sie nicht unter Einsamkeit litten. Dazu gehören auch Spiele und Beschäftigungen wie verstecktes Futter oder besondere Leckereien wie Nüsse, die erst geknackt werden müssen.

Im Juli 2013 wagten wir den Versuch die beiden wieder zusammenzusetzen, da James deutlich ruhiger und Nala viel selbstbewusster geworden war. Nach einigen kurzen, wenn auch heftigen Raufereien, bei denen die beiden die Rangordnung klärten, vertragen sie sich nun wieder bestens. James ist zwar immer noch der ranghöhere Affe, jedoch behandelt er Nala nun sehr viel besser. Er laust sie sogar regelmäßig, was ein Zeichen der Zuneigung und Verbundenheit ist.

nala1Nala ist noch immer etwas schüchtern, aber sie gewinnt mehr und mehr Selbstvertrauen. Inzwischen sucht sie von sich aus den Körperkontakt zu ihren Bezugspersonen und lässt sich gerne aus der Hand füttern. „Ihre“ Pfleger sind ihr so wichtig, dass sie schon ein bisschen wütend wird, wenn andere Tiere ihre Aufmerksamkeit beanspruchen. Frauen gegenüber wird sie ebenfalls leicht eifersüchtig und zeigt das notfalls auch mit einem Biss.
In einer normalen Gruppe von Japan-Makaken ist es normal, dass es Tiere gibt, die weniger zu sagen haben als andere. In diesen Gruppen helfen sich die schwächeren Affen gegenseitig, indem sie sich untereinander lausen, sich Futter mitbringen und miteinander kuscheln. Bei nur zwei Tieren ist Nala leider das einzige rangniedrigere Tier, weshalb für sie der Körperkontakt zu den Pflegern besonders wichtig ist.

IMG_0566James ist ohne Kontakt zu Menschen großgeworden und kennt es daher nicht, sich mit Menschen zu beschäftigen. Auch er ist deutlich ruhiger geworden, seitdem er in Wallersdorf lebt. Körperkontakt sucht er nicht, aber geht gerne in die Nähe der Pfleger. Auch dieses Verhalten ist für einen Makaken ganz normal: Für James sind die Pfleger ranghöhere Affen, die ihm Futter abgeben. Er zeigt Respekt, aber „kuscheln“ ist dann doch zu viel Nähe für ihn.

IMG_0645 James und Nala sind besonders beliebt bei den Kindergartengruppen, die uns besuchen kommen. Von den beiden Makaken können Kinder viel über die Ernährung von Affen lernen. Für die beiden Affen bekommen wir regelmäßig Futterspenden von Lebensmittelhändlern –Obst und Gemüse, Nüsse und Naturmüsli, Körner und hartes Brot stehen ebenso auf dem Plan wie Laub und Rinden. Beim Essen sind sich Kinder und Makaken manchmal sehr ähnlich: Die besten Leckereien werden zuerst gegessen oder gebunkert, und manche gesunden Sachen werden verschmäht. Unsere Besucherkinder haben immer viel Spaß, diese Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und falls jemand nicht glaubt, wie viel Kraft ein Affe hat, dem zeigen James und Nala gerne, dass sie eine Walnuss mit einem einzigen Biss knacken können.

Mit James und Nala zusammen kam auch Shila an, die Mutter von Nala. Sie verstarb 2012 an einem Schlaganfall im Alter von 21 Jahren. In freier Wildbahn werden Japan-Makaken etwa 20 Jahre alt, in Gehegen 25 bis 30 Jahre.

Download als PDF: Datenblatt James
Download als PDF: Datenblatt Nala