Tayo und Nala

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Nala (Titelbild)
Geschlecht: Weiblich
Art: Rotgesichtsmakake (Macaca fuscata)
andere Namen: Japan-Makak, Schneeaffe
Geboren am: 10.05.2001
Bei uns seit: 18.08.2011

Tayo
Geschlecht: Männlich
Art: Rotgesichtsmakake (Macaca fuscata)
andere Namen: Japan-Makak, Schneeaffe
Geboren am: 04.04.1997
Bei uns seit: 28.02.2017

James (vor Tayo ;) )und Nala stammen aus einem privaten Tierpark und sind bei uns seit 2011 untergebracht. Ihr altes Gehege bot so schlechte Haltungsbedingungen, dass die Tiere Verhaltensstörungen entwickelten und untereinander sehr aggressiv wurden. Schon als sie zu uns kamen, hatte James Nala so schwere Verletzungen zugefügt, dass wir die Tiere voneinander trennen mussten, um Nalas Leben zu retten. Deshalb wurden sie besonders intensiv von den Pflegern betreut, damit sie nicht unter Einsamkeit litten. Dazu gehören auch Spiele und Beschäftigungen wie verstecktes Futter oder besondere Leckereien wie Nüsse, die erst geknackt werden müssen.

Im Juli 2013 wagten wir den Versuch die beiden wieder zusammenzusetzen, da James deutlich ruhiger und Nala viel selbstbewusster geworden war. Nach einigen kurzen, wenn auch heftigen Raufereien, bei denen die beiden die Rangordnung klärten, vertragen sie sich nun wieder bestens. 2016 musste James leider eingeschläfert werden, da er durch schwere Lähmungserscheinungen stark beeinträchtigt war. Die Diagnose der Pathologie lautete chronischer Herzmuskelschaden, wodurch sein Gehirn zu wenig durchblutet wurde. Dies hat wahrscheinlich dazu geführt, dass James seine Bewegungen immer weniger gut kontrollieren konnte, bis hin zur Lähmung.

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2017 kam Tayo zu uns. Tayo stammt aus einem Tierpark, in dem das Gehege nicht den Größenverhältnissen des aktuellen Säugetiergutachtens entsprach. Deshalb kontaktierte uns ein Tierschützer, dem dies aufgefallen war und bat uns um Unterstützung.

Des Weiteren bekamen wir einen Anruf einer Amtstierärztin aus Gießen, die uns den Sachverhalt schilderte und uns bat das Tier zu übernehmen, sodass keine Beschlagnahmung stattfinden muss.

Bis es von der Verwarnung zu einer Beschlagnahmung kommen würde, hätte es sicherlich einige Monate gedauert und dies wäre nicht im Sinne des Tieres.
Schließlich traten wir mit dem Tierpark in Kontakt und klärten die Sachlage.

Zu aller Erst entschieden wir uns, Tayo zu besuchen, um zu sehen, ob er als Partner für die Nala in Frage kommen würde. Denn für eine Zusammenführung müssten die zwei charakterlich zusammenpassen.
Als Geschenk für Tayo haben wir ein paar Decken aus Nala’s Gehege mitgebracht, damit Tayo den fremden Geruch schon wahrnehmen konnte.
Nach längerer Beobachtung und Begutachtung seines Charakters, entschieden wir uns, die Zusammenführung beider Affen zu versuchen und brachten auch Nala ein Geschenk von Tayo mit.
Der Geruchsaustausch sollte beide schon mal an den fremden Geruch und gewöhnen und somit die Zusammenführung erleichtern.

Schließlich beantragten wir die Übernahme bei der Stadt Ansbach und fingen parallel an, eine speziell auf Tayo zugeschnittene Transportkiste zu bauen.

Nachdem auch unser Amtstierarzt nicht gegen die Übernahme einzuwenden hatte, bekamen wir die Genehmigung. Jetzt konnte es losgehen. Als Erstes traten wir mit dem Tierpark in Kontakt, damit Tayo in jedem Fall vor dem Transport kastriert wurde, da wir als Tierschutzverein keine Nachkommen zeugen möchten. Als Kastrationstermin wurde der Abholtag vereinbart.

Als wir vor Ort eintrafen war Tayo bereits narkotisiert und kastriert worden und schlief.
Wir trugen ihn in die Transportkiste und packten ihn in dicke Decken, damit ihm während der Fahrt nichts passierte.

In Ansbach angekommen, ließen wir ihn in seiner Kiste, in einem eigenen Abteil im Affen-Innengehege ausschlafen, bis die Narkose ihre Wirkung verlor.

Am nächsten Tag wurde er aus seiner Kiste gelassen und durfte nach längerer Beobachtung zu Nala.
Nala und Tayo mussten in den ersten Wochen die Rangordnung klären.
Hier flogen auch schon mal Haare und es wurde gebissen, das ist bei Affen ganz normal.

Wir behielten die beiden während dieser Zeit im Auge.  Im Großen und Ganzen ging es aber gepflegt zu und sie akzeptierten sich schon bald.  Tayo hat mittlerweile die ranghöhere Position eingenommen.

IMG_0645 Tayo und Nala sind besonders beliebt bei den Kindergartengruppen, die uns besuchen kommen. Von den beiden Makaken können Kinder viel über die Ernährung von Affen lernen. Für die beiden Affen bekommen wir regelmäßig Futterspenden von Lebensmittelhändlern –Obst und Gemüse, Nüsse und Naturmüsli, Körner und hartes Brot stehen ebenso auf dem Plan wie Laub und Rinden. Beim Essen sind sich Kinder und Makaken manchmal sehr ähnlich: Die besten Leckereien werden zuerst gegessen oder gebunkert, und manche gesunden Sachen werden verschmäht. Unsere Besucherkinder haben immer viel Spaß, diese Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und falls jemand nicht glaubt, wie viel Kraft ein Affe hat, dem zeigen James und Nala gerne, dass sie eine Walnuss mit einem einzigen Biss knacken können.

Mit James und Nala zusammen kam auch Shila an, die Mutter von Nala. Sie verstarb 2012 an einem Schlaganfall im Alter von 21 Jahren. In freier Wildbahn werden Japan-Makaken etwa 20 Jahre alt, in Gehegen 25 bis 30 Jahre.

Download als PDF: Datenblatt Nala