Tayo und Nala

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Nala (Titelbild)
Geschlecht: Weiblich
Art: Rotgesichtsmakake (Macaca fuscata)
andere Namen: Japan-Makak, Schneeaffe
Geboren am: 10.05.2001
Bei uns seit: 18.08.2011

Tayo
Geschlecht: Männlich
Art: Rotgesichtsmakake (Macaca fuscata)
andere Namen: Japan-Makak, Schneeaffe
Geboren am: 04.04.1997
Bei uns seit: 28.02.2017

Die Rotgesichtsmakaken James, Shila und ihre Tochter Nala wurden 2011 bei uns untergebracht. Ihr altes Gehege in einem privaten Tierpark bot derart schlechte Haltungsbedingungen, dass die Tiere Verhaltensstörungen entwickelten und untereinander sehr aggressiv waren. Schon als sie zu uns kamen, hatten Shila und James Nala so schwere Verletzungen zugefügt, dass wir die Tiere voneinander trennen mussten, um Nalas Leben zu retten. Ein Jahr später wagten wir den Versuch und setzten Nala und James wieder zusammen – wir hatten die situation richtig eingeschätzt: Es klappte!

Shila verstarb 2012 an einem Schlaganfall im Alter von 21 Jahren. In freier Wildbahn werden Japanmakaken etwa 20 Jahre alt, in menschlicher Obhut sind 25 bis 30 Jahre möglich. Vier Jahre später mussten wir uns dann leider dazu entscheiden, den damals zwanzigjährigen James zu erlösen, da er durch schwere Lähmungserscheinungen stark beeinträchtigt war. Die Obduktion zeigte einen chronischen Herzmuskelschaden, welcher eine Unterversorgung seines Gehirns mit Blut zur Folge hatte. Dies hat wahrscheinlich dazu geführt, dass James seine Bewegungen immer weniger gut kontrollieren konnte, bis hin zur Lähmung.

Tayo kam im Februar 2017 aus einem Tierpark nahe Gießen zu uns; sein Gehege dort entsprach nicht den Größenverhältnissen des aktuellen Säugetiergutachtens. Ein Tierschützer, dem dies aufgefallen war, kontaktierte uns. Des Weiteren bekamen wir einen Anruf einer ansässigen Amtstierärztin, welche den Sachverhalt schilderte und uns bat, das Tier zu übernehmen, um eine zeitaufwendige Beschlagnahmung zu vermeiden. Denn bis es von einer Verwarnung zur Beschlagnahmung kommt, können mehrere Monate vergehen, und im Sinne des Tieres wollten wir möglichst schnell handeln.

Also traten wir mit dem Tierpark in Kontakt und klärten die Sachlage.
Zunächst besuchten wir Tayo, um zu sehen, ob er sich überhaupt charakterlich als Partner für Nala eignen würde.Wir brachten ihm ein paar Decken mit Nalas Geruch und entschieden uns nach eingehender Beobachtung seines Verhaltens dafür, eine Zusammenführung zu versuchen. Auch Nala bekam „Geschenke“ von Tayo, damit sich die zukünftigen Mitbewohner erstmals mit  dem neuen Geruch vertraut machen konnten.

Als Nächstes beantragten wir die Übernahme bei der Stadt Ansbach und fingen an, eine speziell auf Tayo zugeschnittene Transportkiste zu bauen. Nachdem auch unser Amtstierarzt zugestimmt hatte, bekamen wir die Genehmigung.

Jetzt konnte es losgehen!

Wie alle unsere männlichen Tiere musste auch Tayo zunächst kastriert werden, da wir als Tierschutzverein keine Nachkommen zeugen möchten. Als wir vor Ort eintrafen war er bereits operiert worden, die Narkose wirkte noch nach. Wir trugen den noch fest schlafenden Affenmann in die Transportkiste und packten ihn in dicke Decken, damit ihm während der Fahrt nichts passieren konnte.

In Ansbach angekommen ließen wir ihn in seiner Kiste, in einem eigenen Abteil im Affen-Innengehege, ausschlafen, bis die Narkose nachließ. Am nächsten Tag wurde er aus seiner Kiste gelassen und durfte nach längerer Beobachtung endlich zu Nala. In den ersten Wochen mussten die Beiden zunächst die Rangordnung klären. Hier flogen auch schon mal Haare und es wurde gebissen, was jedoch völlig normal ist. Wir behielten die Beiden während dieser Zeit genau im Auge.

Im Großen und Ganzen ging es aber gepflegt zu und sie akzeptierten sich schon bald. Der kräftigere Tayo hat mittlerweile die ranghöhere Position eingenommen.

Bei den Kindergartengruppen, die uns besuchen kommen, sind Nala und Tayo besonders beliebt. Von den Beiden können Kinder viel über die Ernährung von Affen lernen. Regelmäßig bekommen wir Futterspenden von Lebensmittelhändlern –Obst und Gemüse, Nüsse und Naturmüsli, Körner und hartes Brot stehen ebenso auf dem Speiseplan wie Laub und Rinden.

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Beim Essen sind sich Kinder und Makaken manchmal sehr ähnlich: Die besten Leckereien werden zuerst gegessen oder gebunkert, und manche gesunden Sachen werden verschmäht. Unsere Besucherkinder haben immer viel Spaß, diese Gemeinsamkeiten zu entdecken. Und wer nicht glaubt, wie viel Kraft ein Affe hat, dem zeigen Tayo und Nala gerne, wie sie eine Walnuss mit einem einzigen Biss problemlos knacken.