Katzen-Impfplan: Welche Impfungen Ihre Katze wirklich braucht
Der komplette Impfplan für Katzen: Core-Impfungen, Zusatzimpfungen, Zeitpunkte für Kitten und Auffrischung. Was Wohnungskatzen und Freigänger brauchen.
Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen, um Ihre Katze vor gefährlichen, teils tödlichen Infektionskrankheiten zu schützen. Sie kosten wenig, verhindern aber viel Leid und hohe Behandlungskosten. Trotzdem herrscht bei vielen Halterinnen und Haltern Unsicherheit: Welche Impfungen sind wirklich nötig? Wann müssen sie aufgefrischt werden? Und braucht eine reine Wohnungskatze überhaupt einen Impfschutz? Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen klaren Überblick, ersetzt aber nicht das individuelle Gespräch mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt.
Core- und Non-Core-Impfungen: der Unterschied
In der Tiermedizin unterscheidet man zwischen Core-Impfungen und Non-Core-Impfungen. Core-Impfungen sind Basisimpfungen, die jede Katze unabhängig von ihrer Lebensweise erhalten sollte, weil die betreffenden Erreger weit verbreitet und die Krankheitsverläufe schwer sind. Non-Core-Impfungen sind Zusatzimpfungen, die je nach individuellem Risiko empfohlen werden, etwa bei Freigang, in Mehrkatzenhaushalten oder in der Zucht.
Zu den Core-Impfungen zählen der Schutz gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen. Als weitere wichtige Impfung gilt Tollwut, die vor allem für Freigänger und bei Reisen ins Ausland relevant ist. Die Zusatzimpfungen umfassen unter anderem den Schutz gegen die Feline Leukämie sowie gegen Chlamydien.
Impfplan für Kätzchen
Kitten erhalten über die Muttermilch zunächst einen Nestschutz, der aber nach einigen Wochen nachlässt. Genau in diese Phase fallen die ersten Impfungen. Ein typischer Grundimmunisierungsplan sieht so aus:
| Alter | Impfung |
|---|---|
| ab 8. Lebenswoche | 1. Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen |
| ab 12. Lebenswoche | 2. Impfung (Auffrischung), ggf. Tollwut |
| ab 16. Lebenswoche | 3. Impfung zur sicheren Grundimmunisierung |
| nach etwa 1 Jahr | erste große Auffrischung |
Nach der Grundimmunisierung folgen regelmäßige Auffrischungen. Je nach Impfstoff und individuellem Risiko werden manche Komponenten jährlich, andere im Abstand von zwei bis drei Jahren aufgefrischt. Den genauen Rhythmus legt die Tierarztpraxis anhand von aktuellen Impfempfehlungen und der Lebenssituation Ihrer Katze fest.
Die wichtigsten Impfungen im Überblick
Katzenseuche (Feline Panleukopenie): Eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem bei jungen Katzen oft tödlich verläuft. Sie greift Magen-Darm-Trakt und Immunsystem an. Der Impfschutz ist sehr zuverlässig und daher unverzichtbar.
Katzenschnupfen: Hinter diesem harmlos klingenden Namen steckt ein Komplex aus verschiedenen Erregern, darunter Herpes- und Caliciviren sowie Chlamydien. Unbehandelt kann er chronisch werden und dauerhafte Schäden an Augen und Atemwegen verursachen.
Tollwut: In Deutschland selten geworden, aber wegen des tödlichen Verlaufs und der Ansteckungsgefahr für Menschen weiterhin ernst zu nehmen. Für Freigänger und Auslandsreisen ist die Tollwutimpfung meist Pflicht.
Feline Leukämie (FeLV): Diese Zusatzimpfung ist vor allem für Freigänger sinnvoll, die Kontakt zu anderen Katzen haben. Das Virus schwächt das Immunsystem und kann Tumore auslösen.
Wie sich diese und andere Erkrankungen im Alltag bemerkbar machen, lesen Sie in unserem Überblick zu Katzenkrankheiten und ihren Symptomen.
Brauchen Wohnungskatzen einen Impfschutz?
Ein weit verbreiteter Irrtum lautet, reine Wohnungskatzen bräuchten keine Impfungen. Das stimmt so nicht. Zwar ist ihr Ansteckungsrisiko geringer, doch Erreger wie das Panleukopenievirus sind extrem widerstandsfähig und können über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände in die Wohnung getragen werden. Auch Wohnungskatzen sollten daher zumindest den Core-Impfschutz gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen erhalten. Die Zusatzimpfungen lassen sich hingegen an die tatsächliche Lebenssituation anpassen.
Vorbereitung und Impfpass
Damit eine Impfung wirkt und gut vertragen wird, sollte die Katze gesund, gut ernährt und frei von Parasiten sein. Deshalb ist vor jeder Impfung eine kurze Allgemeinuntersuchung üblich, bei der die Tierärztin unter anderem Temperatur, Gewicht und Allgemeinzustand prüft. Ein solcher Termin ist zugleich eine gute Gelegenheit für einen kleinen Gesundheits-Check.
Alle Impfungen werden im Impfpass dokumentiert. Bewahren Sie dieses Heft gut auf, denn es ist bei Reisen, im Tierheim, in der Tierpension und im Notfall wichtig. Notieren Sie sich am besten auch die nächsten Auffrischungstermine.
Nebenwirkungen und Verträglichkeit
Impfungen sind heute sehr gut verträglich, dennoch kann es wie bei jeder medizinischen Maßnahme zu leichten Reaktionen kommen. Manche Katzen sind am Tag nach der Impfung etwas müder als sonst, fressen weniger oder zeigen eine leichte Schwellung an der Einstichstelle. Solche Reaktionen klingen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Tagen von selbst ab. Halten Anzeichen wie Fieber, anhaltende Mattigkeit oder eine wachsende Schwellung länger an, sollten Sie die Praxis informieren. Planen Sie den Impftermin am besten so, dass die Katze danach einen ruhigen Tag zu Hause verbringen kann, ohne zusätzlichen Stress durch Besuch oder Umzug.
Kosten und Vorsorge planen
Die Grundimmunisierung und die jährlichen Auffrischungen sind überschaubare, planbare Ausgaben. Deutlich teurer wird es, wenn eine ungeimpfte Katze schwer erkrankt und intensiv behandelt werden muss, unter Umständen bis hin zu einer Operation. Wer die finanzielle Seite langfristig absichern möchte, sollte über eine Katzenkrankenversicherung nachdenken, die viele Behandlungs- und teils auch Vorsorgekosten abdeckt.
Impfungen sind ein zentraler Baustein der Vorsorge, aber nicht der einzige. Weitere Empfehlungen rund um Gesundheit und Pflege finden Sie in unseren allgemeinen Pflegetipps und im gesamten Silo Katzenpflege und Gesundheit.
Fazit
Ein durchdachter Impfplan schützt Ihre Katze vor Krankheiten, die sich mit einfachen Mitteln vermeiden lassen. Halten Sie die Grundimmunisierung im Kittenalter konsequent ein, denken Sie an die Auffrischungen und stimmen Sie die Zusatzimpfungen auf die Lebensweise Ihrer Katze ab. Welche Impfungen im Einzelfall nötig sind und in welchem Abstand sie aufgefrischt werden, entscheidet immer die Tierärztin oder der Tierarzt gemeinsam mit Ihnen.
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